Führung: Das Römische Bühnen Theater
Die Archäologen Dr. Marion Witteyer, Mitglied im Ortskuratorium, und Daniel Geißler, Projektmanager Römisches Erbe bei der Stadt Mainz, erläutern die Freilegungs- und Sanierungsarbeiten und helfen, die Vergangenheit besser zu verstehen.
Die Theater gehörten zum Selbstverständnis römischen Lebens. Es war wohl keine Stadt im Römischen Reich so klein, dass sie nicht wenigstens ein Theater oder ein Amphitheater gehabt hätte. Die Entdeckungen beim Neubau der Wege zur Zitadelle im Jahr 1914 sprengten jedoch jede Vorstellungskraft. Man war auf ein antikes Bühnentheater von gigantischen Ausmaßen gestoßen – errichtet in der Spätphase des Römischen Reichs unter Kaiser Konstantin. Das größte Theater nördlich der Alpen besaß einen Zuschauerraum, der 116 Meter breit war. Seine Bühne maß 42 Meter. Die Zuschauerreihen boten rund 10.000 Besuchern Platz. Für Jahrhunderte war die Ruine völlig aus dem Bild der Stadt verschwunden. Erst 1997 legte die rheinland-pfälzische Landesarchäologie den ersten Pfeiler frei.
Der Archäologe Daniel Geißler hat die Ausgrabung des Theaters, die bis 2009 andauerte, von Anfang an begleitet. Bis 2011 folgten viele weitere Pfeiler und einige konzentrisch auf die Bühne zulaufende Mauern. Seit 2019 wird intensiv an einem dauerhaften und nachhaltigen Konservierungskonzept gearbeitet.
Die Konservierung der originalen Mauerreste ist eine besondere Herausforderung, denn sie sind äußerst empfindlich für die Einwirkungen des Außenklimas. Die schwankenden Klimaeinflüsse, vor allem Regen und Frost, belasten die Mauersteine und das Mauergefüge und bewirken eine zunehmende Schädigung der Bausubstanz.
Besichtigt wird die aktuelle Mauerwerkskonservierung an den Pfeilerstümpfen. Dr. Marion Witteyer und Daniel Geißler erläutern die verschiedenen Schadensfelder und die derzeit laufenden Sanierungsarbeiten. Hochgestecktes Ziel ist die dauerhafte Konservierung der römischen Mauern unter freier Bewitterung, an der stetig gearbeitet wird. Seit über 20 Jahren hilft die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) bei den Ausgrabungen und der laufenden Konservierung.
Hinweis
Spenden zugunsten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz werden erbeten. Anmeldelink siehe unten.
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