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Hier schreibt Michael Ebling

Die Brücke

Liebe Mainzerinnen und Mainzer,

selten in Deutschland haben dreißig Zentimeter abgesunkener Beton vergleichbare Folgen nach sich gezogen. Kaum jemand in Mainz und dem Umland, dessen Alltag durch die unvermeidbare Sperrung der Schiersteiner Brücke nicht betroffen ist oder der nicht in seiner Familie oder dem Freundeskreis Betroffene kennt. Kein anderes Thema hat die Diskussionen am Kabinettstisch, im Besprechungsraum des Stadtvorstandes, in Baucontainern und Behörden, am Küchentisch, im Restaurant und am Tresen, im Verein und in den sozialen und klassischen Medien in den vergangenen Wochen so beherrscht. Alle haben es mitverfolgt, haben mitgelitten, sich mitgeärgert. Viele stehen seitdem nachts auf, um in einer erträglichen Zeit über den Rhein zum Termin oder zum Job zu kommen und kehren zu flexiblen Uhrzeiten heim. Hektik, Frust und Müdigkeit führen zu Unfällen und zu noch mehr Stau.

Nein, die Verkehrssituation rund um unser sonst so friedliches Mainz ist zur Zeit nicht vergnügungssteuerpflichtig – auch nicht für die verantwortlichen Bauingenieure und Bauarbeiter, nicht für Politik und Verwaltung, die in den Grenzen des Möglichen und Machbaren jeden Tag aufs Neue zur Entlastung beitragen und nicht für die Wirtschaft in der Region, die mit logistischen Problemen und teils heftigen finanziellen Folgen zu kämpfen hat. An diesen schiefen Pfeiler werden wir uns alle noch lange erinnern.

In dieser Stimmungslage helfen weder der Hinweis auf die wirklichen Katastrophen und Tragödien in anderen Ländern, die täglich die Schlagzeilen bestimmen, noch ein offensichtlich bei manchen Zeitgenossen präsentes Gefühl der Begeisterung für diese unerwartete Sternstunde des öffentlichen Personennahverkehrs. Für Humor oder gar Satire zum Brückendrama und seinen Folgen ist wenig Raum geblieben.

Also bleibt nur die nüchterne Feststellung, dass unter den gegebenen Umständen der Handlungsspielraum eingeschränkt und der Weg vorgezeichnet ist. Die Menschen in der Region erwarten völlig zu Recht eine schnellstmögliche Entspannung der Verkehrslage durch Wiederinbetriebnahme der Brücke und dann so schnell wie möglich Klarheit zu Bauzeit, Kosten und den konkreten Folgen für Verkehr und Naturschutz beim Ausbau der Verbindung zwischen Schiersteiner Brücke und Mainzer Dreieck.

Ihr
Michael Ebling

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Videokolumne von Oberbürgermeisters Michael Ebling.© OK:TV Mainz

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