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Bus und Staßenbahn in Mainz (Bild: Landeshauptstadt Mainz)
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Umverteilung des Straßenraumes zugunsten Rad und Fuß

Lösungen für Bestandsradwege

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt einen Wandel im Mobilitätsverhalten in Mainz: Mehr Menschen gehen zu Fuß und nutzen den ÖPNV sowie das Fahrrad. Daher gilt es, auch diesen Fortbewegungsarten gute Angebote zu machen. Neben dem stetigen Ausbau der Radinfrastruktur müssen unter anderem auch Lösungen für Bestandsradwege gefunden werden, die den heutigen Ansprüchen der Radverkehrsentwicklung gerecht werden. 

Auf dieser Seite wird am Beispiel der Oberen Kreuzstraße und Kreuzstraße im Stadtteil Mainz-Mombach dargelegt, wie mit Schutzstreifen der Verkehrssicherheit Rechnung getragen werden kann.

Beispiel: Situation in der Oberen Kreuzstraße und Kreuzstraße im Stadtteil Mainz-Mombach

Der gestiegene Radverkehrsanteil im Mainzer Stadtraum belegt, dass mittlerweile ein Viertel der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Zudem ist der Anteil der Haushalte mit E-Bike bzw. Pedelec mit 12 % nahezu doppelt so hoch wie der bundesweite Durchschnitt von 6,1 %. Entsprechend spielen Akku unterstützte Räder eine zunehmend wichtige Rolle, zu denen auch vermehrt Lastenräder zählen.

Mit dieser Zunahme der Anzahl der Räder und Radmodelle, die sich auf den Straßen bewegen, gehen Platzbedürfnisse einher, denen insbesondere auch im Sinne der Verkehrssicherheit Rechnung getragen werden muss. Neben dem stetigen Ausbau weiterer Radinfrastruktur, müssen unter anderem auch Lösungen für Bestandsradwege gefunden werden, die diesen heutigen Ansprüchen der Radverkehrsentwicklung gerecht werden.

Oftmals sind die bestehenden schmalen Bordsteinradwege, neben denen meist auch Parkplätze verlaufen, nicht mehr zeitgemäß und in ihrer Wegeführung suboptimal. Auch führt der gestiegene Radverkehrsanteil bei kombinierten Lösungen von Geh- und Radwegen zu Konflikten mit zu Fuß Gehenden. Insbesondere im Hinblick auf die Barrierefreiheit und den demographischen Wandel müssen diese Angebote optimiert werden.

Die Kreuzstraße und Obere Kreuzstraße in Mainz-Mombach sind repräsentativ für die geschilderte Situation. Die hier verlaufenden Geh- und Radwege weisen zusammen Breiten von ca. 3 m auf und sind durch Schilder, Umlaufsperren, Ampelmasten etc. stellenweise eingeengt. Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende müssen sich auf je 1,50 m bewegen, was insbesondere im Hinblick auf zum Beispiel Räder mit Kinderanhänger oder Menschen mit Rollatoren den aktuellen Anforderungen nicht mehr entspricht. Zudem wird die Sicht auf zu Fuß Gehende wie auch Radfahrende von entlang des Bordsteins parkenden Kfz erschwert. Die eingeschränkte Wahrnehmbarkeit führt vor allem an Querungsbereichen und Kreuzungspunkten zu Konfliktstellen mit erhöhtem Unfallpotential. Dabei geschehen in solchen Situationen zwischen geradeausfahrendem Radverkehr und rechtsabbiegendem Autoverkehr die meisten Unfälle, die durch eine Umverteilung des Straßenraumes zu vermeiden wären. Darüber hinaus sind auch die Sichtbeziehungen von den Grundstücksausfahrten auf den Geh- und Radweg zum Teil eingeschränkt. Trotz langsamen Heraustasten der Autofahrenden entstehen Unfallpotentiale mit dem ankommenden Radverkehr. Dabei besitzt die ca. 1 km lange Strecke Obere Kreuzstraße und Kreuzstraße insbesondere für die Funktionen Wohnen und Freizeitgestaltung hohe Verbindungsfunktion. Zudem spielen die Straßen auch für die Anbindung und Weiterverteilung der Verkehre im Stadtteil Mombach selbst sowie darüber hinaus in und aus Richtung Gonsenheim eine bedeutende Rolle. Aufgrund der Bedeutung dieser Achse ist es wichtig, eine adäquate Lösung für die schmalen Geh- und Radwege zu finden, die in der Kombination von Fuß- und Radverkehr nur unkomfortabel nutzbar sind und Konfliktpunkte bergen.

Schutzstreifen als sichere und barrierefreie Lösung für Geh- und Radwegen auf Bestandsflächen

Um alle betroffenen Gruppen des Fuß-, Rad-, Kfz- und ruhenden Verkehrs bestmöglich zu berücksichtigen, wurden verschiedene Lösungsansätze geprüft.

Bei der Anpassung der Kreuzstraße und Oberen Kreuzstraße handelt es sich um eine sogenannte Planung im Bestand. Das bedeutet, dass sich die Veränderungen in die bestehenden Gegebenheiten einfügen, da zum Beispiel Wohnhäuser und Grundstücke oder Baumstandorte in ihrer Lage nicht mehr verändert werden können.

Damit scheidet eine grundlegende Neuplanung aus, sodass der verbleibende Straßenquerschnitt aus Fahrbahn, Geh- und Radweg betrachtet wird. Diese Bestandsflächen werden im Sinne einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Umverteilung des Straßenraumes gleichberechtigter aufgeteilt. Das ist nötig, da einerseits der Radverkehrsanteil in Mainz bei 25 % liegt und auch in der Kreuzstraße und schon jedes elfte Fahrzeug ein Fahrrad ist. Andererseits werden auch sehr viele Strecken zu Fuß zurückgelegt, zum Teil mit Kinderwagen oder auch Rollatoren. Um diesen Bedürfnissen mit einem Gesamtumbau Rechnung zu tragen, müssten beidseitig Gehwege mit Mindestbreiten von 3 m und Radwege stadtein- wie -auswärts von mindestens 2 m hergestellt werden. Um auch den Kfz-Verkehr in beide Richtungen fahren zu lassen, wird zudem eine Fahrbahn von wenigstens 6 m benötigt. Damit würden zur Herstellung eines zeitgemäßen Straßenquerschnittes in Mindestmaßen in Summe 16 m beansprucht. Um zumindest einseitiges Parken zu gewährleisten, werden zusätzlich weitere 3 m gebraucht. Die Kreuzstraße und Obere Kreuzstraße ist insgesamt nur 15 m breit, sodass diese Variante aufgrund von Platzmangel ohne Grundstücksverschiebungen, Baumfällungen usw. ausscheidet.

Um dennoch eine adäquate Alternative zu schaffen, ist das Aufbringen der Schutzstreifen eine gute Lösung. Dieses Angebot bietet die Möglichkeit den Bedürfnissen der verschiedenen Verkehrsarten bestmöglich entgegenzukommen. Fußgängerinnen und Fußgänger können sich barrierearm auf den 3 m breiten Gehwegen fortbewegen und der Radverkehr wird direkt und komfortabel auf der Fahrbahn geführt. Daraus resultieren Sicherheitsgewinne für alle, bisherige Konflikte zwischen Fußverkehr und Radfahrenden verschwinden und die Sichtbeziehungen werden optimiert. Natürlich erfordert der Wegfall der 50 Stellplätze eine Umstellung der Gewohnheiten. Eine Zählung mittels vor-Ort-Erhebung durch die Verwaltung hat jedoch ergeben, dass bei 93 gemeldeten Kfz 135 Parkplätze im direkten Umfeld zur Verfügung stehen, sodass die entsprechende Anpassung gelingen kann.

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