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Hier schreibt Michael Ebling

Mehr als das Gedenken

Liebe Mainzerinnen und Mainzer,

70 Jahre liegen zwischen uns und jenem Tag im Winter des Jahres 1945, als hunderte Bomber den Himmel verdunkelten. 70 Jahre, die zwischen uns und jenem Tag liegen, als das Inferno, das Deutschland über die Welt gebracht hatte, nach Deutschland zurückkam und über unsere Stadt hinwegfegte. Auch vor zwei Jahren hatte ich an diesen Schicksalstag in der Stadtgeschichte am 27. Februar erinnert. Der Zustand des Mahnmals am Karmeliterplatz war zu diesem Zeitpunkt bedenklich. Der Turm der frühgotischen Pfarrkirche wies an allen vier Seiten sichtbare Risse auf, Schäden im gesamten Bereich der Kirchenruine kamen hinzu, eine Sanierung war unvermeidlich. Angesichts der damit verbundenen finanziellen Herausforderung galt mein Dank bereits 2013 dem Engagement vieler Mainzerinnen und Mainzer in der „Initiative St. Christoph“. Im Sommer 2011 erarbeitete die Gruppe um deren treibende Kraft Stefan Schmitz gemeinsam mit der Stadt einen Plan zur Sanierung der Ruine, des Turms und der Außenanlagen, mit dem ehrgeizigen Ziel, das Projekt bis zum diesjährigen Jahrestag zu verwirklichen. Nun versammeln wir uns zum 70. Jahrestag der Zerstörung von Mainz vor einem neu gestalteten Mahnmal und gedenken dort gemeinsam der mehr als 1200 Mainzerinnen und Mainzer, die ihr Leben in der Gluthölle jenes Tages verloren. Wir tun dies in dem Bewusstsein, dass ohne die Schrecken der NS-Herrschaft, ohne die Angriffe der deutschen Wehrmacht auf Städte in ganz Europa und ohne die Verfolgung zahlloser Menschen durch die Nationalsozialisten auch unsere Stadtgeschichte anders verlaufen wäre. In Gedenkfeiern, Ausstellungen und Konzerten, Gesprächen, Stadtrundgängen, Gottesdiensten und nun auch in einer Ausstellung am Karmeliterplatz wird in Mainz die Erinnerung lebendig gehalten. Allen, die an der Organisation der Veranstaltungen mitwirken, allen, die mit ihrem Besuch dieser Veranstaltungen zum Frieden mahnen und allen, die sich um die Sanierung von St. Christoph verdient gemacht haben, möchte ich im Namen der Landeshauptstadt herzlich danken. Wir sehen in diesen Tagen so deutlich wie selten, dass wir die Erinnerung brauchen, dass wir Tage der Erinnerung brauchen und Orte der Erinnerung. Denn diese Orte sind kraftvolle Orte. Wer in der Ruine von St. Christoph, im neu gestalteten Mahnmal, steht, der spürt diese Kraft. Dieser Ort mahnt uns zum Innehalten, zum Gedenken, dazu, unserer eigenen Verantwortung für den Frieden in der Welt verantwortungsvoll nachzukommen – als einzelner und als Gemeinschaft.

Ihr
Michael Ebling

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Videokolumne von Oberbürgermeisters Michael Ebling.© OK:TV Mainz

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